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Das Fotobuch-unendliche Weiten...

Das Fotobuch-unendliche Weiten

Wie jedes dauerhaft erfolgreiche Medienprodukt leitet sich auch ein Fotobuch aus dem instinktiven, absolut menschlichen Bedürfnis ab, flüchtige Momente, eindrucksvolle Szenerien und liebe Menschen für die Ewigkeit einfangen und aufbewahren zu können.
In ihrer Urform sicherlich schon ebenso alt und bewährt wie die Erfindung der Fotografie selbst, haben sich Fotobücher seither von Schere, Bindfaden, Klebstoff und schwarzem Kartonpapier zu attraktiv gestalteten Vollfarbdrucken auf professionell und dauerhaft gebundenem Lackpapier weiterentwickelt.

Nun könnten besonders fortschrittsgläubige Zeitgenossen voreilig die Frage stellen, welchen Stellenwert der Fotodruck auf Papier im Zeitalter der umfassenden Digitalisierung des Medien- und Informationsalltages überhaupt noch haben möge.
Bilder von Familie, Freunden und Kollegen, vom Urlaub am Meer oder der Geschäftsreise ins Nachbarland ließen sich mindestens gleichwertig, wenn nicht sogar überlegen vielseitig auf Kamera-Display, Plasma-Fernseher, TFT-Computer-Monitor, Laptop-LCD oder gar einem digitalen Fotorahmen genießen, mögen solche Kritiker behaupten.
Realistisch betrachtet gelangt man indes schnell wieder zu dem Schluss, dass sich Jahrtausende der Entwicklung von Papier als Langzeitspeichermedium nicht im Vorbeigehen durch drei Jahrzehnte Computertechnologie ersetzen lassen. Ein Fotobuch erreicht auch abgelegene Orte ohne Stromversorgung, übersteht selbst widrigste Wetterbedingungen und kann gefahrlos persönlich oder per Post transportiert werden. Dabei verbraucht es weder Energie, noch erzeugt es Abwärme, Vibrationen, Lüfterlärm oder Netzbrummen.
Der wirklich aufgeschlossene Hobby-Fotograf wiederum kombiniert die genannten Vorteile traditioneller und digitaler Fotografie zu einem vielseitigeren Ganzen. Im Folgenden soll besonders auch dem unvorbelasteten Einsteiger in die digitale Fotobearbeitung ein beispielhafter Abriss über aktuelle, computergestützte Gestaltungs- und Reproduktionstechniken geboten werden, damit auch Anfänger auf Anhieb verständliche, nachvollziehbare und zugleich ästhetisch ansprechende Resultate erzielen können.

Was braucht man für ein Fotobuch?...

Was braucht man für ein Fotobuch?

Aller Anfang ist schwer. Wie in jedem multimedialen Produktionsumfeld kann man als Fotografie-Hobbyist oder Profi fast beliebig hohe Summen Geldes in Kameras, Objektive, Stative, Computer, Drucker und Zubehör investieren; gerade als Neuling sollte man allerdings auf Bescheidenheit, Disziplin und solides Grundlagenverständnis setzen und sich den Weg zum ersten eigenen Fotobuch nicht von einem schlanken Budget versperren lassen.
Selbst im unteren Preissegment zwischen 100 und 200 EURO verfügen aktuelle Digitalkameras mit Fixfokus- bzw. Autofokus-Objektiv mittlerweile bereits über eine Auflösung von 6 bis 8 Megapixel.
Wenn man als ambitionierter Freizeitfotograf stets sorgfältig darauf achtet, die maximal unterstützte Zielauflösung im Menüsystem der Kamera auszuwählen und ausreichend schnell beschreibbare SDHC-Speicherkarten mit 4 oder 8 Gigabyte Kapazität einzusetzen, so bieten die entstehenden Fotos genügend Qualitätsreserven für spätere umfangreiche Bearbeitungsschritte wie Zuschnitt, Vergrößerung, Rotation, Rotaugenfilter und Farbanpassung am Computer.

Zur absoluten Grundausstattung sollten eine Digitalkamera, ein passendes USB-Datenkabel und/oder ein Speicherkartenleser, ein Laptop- oder Desktop-Computer der Gigahertz-Klasse (Windows-PC oder Macintosh), ein (freies oder kostenpflichtiges) Grafikbearbeitungsprogramm sowie eine Internetanbindung zählen. Ein Farbdrucker kann zwar für zwischenzeitliche Probeausdrucke durchaus nützlich sein, ist aber in Hinblick auf die wirklich exzellente Auftragsarbeit aktueller Fotobuchdruckereien für das Endprodukt nicht mehr erforderlich.

Als Fotograf und Fotobuch-Designer in Personalunion sollte man nicht zuletzt eine gehörige Portion Geduld mitbringen, um sich einen Überblick über den zunächst vielleicht verwirrenden Dschungel aus Grafikprogrammen, Layout-Software, Formatvorlagen und Fotobuch-Webseiten zu verschaffen.

Besonders Gelegenheitskünstler sind hier gut beraten, die maximal mögliche Kontrolle und Flexibilität modularer Programmpakete gegen die benutzerfreundlich integrierte Rundumlösung eines Fotobuchanbieters einzutauschen.

Die Auswahl der richtigen Bilder...

Die Auswahl der richtigen Bilder

Man stelle sich folgendes Anwendungsszenario aus der Fotografiepraxis vor: bei einem Feier-,Ausflugs- oder Sport-Ereignis sind eine zwei- oder dreistellige Anzahl mehr oder weniger gelungener Fotos entstanden, deren Menge auf ein kompaktes und doch vollständiges Maß reduziert werden soll; diese Teilauswahl wiederum soll in möglichst abwechslungsreicher Reihenfolge in einem Fotobuch verewigt werden.
Im Idealfall wären nun sämtliche Aufnahmen gleichermaßen für ein Fotobuch geeignet, sowohl in Hinblick auf Motive wie auch auf eher technische Aspekte. Dann bestünde die Aufgabe des Fotokünstlers tatsächlich primär darin, für den Druck aus dem Guten das Beste herauszupicken.

In der Realität hingegen sieht es oft so aus, dass eine Quote von fünf bis zehn Prozent der Aufnahmen auf Anhieb als unbrauchbar aussortiert werden können. Die Aufgabe einer Katalogisierungs-Software für Fotobücher sollte es daher sein, das schnelle Entfernen dieser Bilder aus der Zusammenstellung zu ermöglichen. Genau in der kritischen Grauzone zwischen Totalausfällen und genialen Schnappschüssen liegt ein Großteil der Aufnahmen, in die man die meiste Zeit und den höchsten Bearbeitungsaufwand investiert. Speziell wer als Anfänger mit seinem Kameramodell und dessen Auslöser, Druckpunkt, Reaktionsgeschwindigkeit, Objektiv, Zoom, Licht- und Farbeigenschaften noch nicht umfassend vertraut ist, ärgert sich in der ersten Zeit über eine hohe Rate an verwackelten, unscharfen,
überbelichteten oder zu dunklen Aufnahmen.

Als Faustregel kann es hier nützlich sein, Art und Ausmaß des Mangels zu unterscheiden: während eine zittrige Hand am Auslöser ein absolutes K.O.-Kriterium darstellen dürfte, lassen sich Belichtungs-, Farb- und Rotaugen-Probleme mit den in der Fotobuch-Software integrierten oder über externe Programme angebotenen Bearbeitungsfunktionen oftmals leicht beheben. Ehemals Profis vorbehaltene Funktionen wie die Definition des Weißpunktes per Mausklick verhelfen auch ursprünglich blassen Bildern zu strahlendem Farbglanz.

Grundlagen zur Bildbearbeitung...

Grundlagen zur Bildbearbeitung

Sofern man es nicht mit sündhaft kostspieligen Spiegelreflexkameras im zweistelligen Megapixel-Bereich mit langen Tele- oder Makroobjektiven zu tun hat, wird die eingesetzte Digitalkamera ihre Aufnahmen üblicherweise im sogenannten JPEG-Format abspeichern. Diese Abkürzung steht für die Joint Photographics Experts Group, ein mittlerweile vor rund 15 Jahren verabschiedeter Standard für die platzsparende Speicherung von Foto- und anderen Grafikdaten.

Welche Software zur Bildbearbeitung?...

Welche Software zur Bildbearbeitung?

Einen Mangel an Funktionen und Optionen kann man wohl den wenigsten Grafikbearbeitungsprogrammen vorwerfen. Kommerzielle Anbieter aufwendiger Grafikpakete übertreffen sich gegenseitig mit immer neuen Features. Dabei besteht die Herausforderung ganz im Gegenteil darin, eine ausgewogene und nachvollziehbare Auswahl der am häufigsten gebrauchten Arbeitsschritte in einem logischen und zugleich ansprechenden Menüsystem zu verpacken. Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Pixel- und Vektorgrafik = Fotobuch...

Pixel- und Vektorgrafik = Fotobuch

Die Geschichte der computerbasierten Grafikbearbeitung unterscheidet zwischen zwei grundsätzlich verschiedenen Technologien zur Speicherung von Bilddaten: während bei der üblichsten Variante die Farbinformationen jedes einzelnen Bildpunktes explizit in der Datei abgelegt werden (Pixelgrafik), beschränkt sich die eher minimalistische Vektorgrafik auf die Beschreibung geometrischer Figuren und Koordinaten. Während erstere für die Übertragung präziser fotografischer Aufnahmen prädestiniert ist, eignet sich letztere insbesondere für Schriften, Zeichen, Rahmen und Verzierungen.

Der Faktor Zeit...

Der Faktor Zeit

Gut Ding will Weile haben. Dank ergonomischer Benutzeroberflächen ist es mit aktuell verfügbarer Foto-Software prinzipiell möglich, ein Fotobuch in einer einzigen Sitzung bzw. an einem einzelnen Nachmittag oder Abend zu planen, zu entwerfen, ein Design-Thema auszusuchen, mit Motiven zu füllen und in Auftrag zu geben. Nun liegt es in der menschlichen Natur, erst nach einem spürbaren Aufwand von Zeit und Konzentration die Zufriedenheit einer schöpferischen Leistung zu empfinden.

Je nach täglicher Ausdauer könnte man rund eine Woche einplanen, um alle Arbeitsschritte zum Entwurf eines Fotoalbums sorgfältig und ohne Zeitdruck kennenzulernen. Im Laufe von sieben Tagen bieten sich mehr als genügend Gelegenheiten, sowohl die konkreten Bedienungs- und Bearbeitungsabläufe eines spezifischen Programmpaketes, als auch die dahinter stehenden allgemeinen Konzepte, Kunstgriffe, Formate und Techniken zu studieren.

Bereits nach den ersten Sitzungen wird man ein Gespür dafür entwickelt haben, welche Tätigkeiten die meiste Zeit beanspruchen: während die Vorauswahl der Wunschmotive bei unter 500 Fotos recht zügig vonstatten gehen dürfte, kann die Sortierung in die gewünschte Reihenfolge schnell Stunden dauern. Hier hilft vor allem die Grundsatzentscheidung, ob das Fotobuch der Chronologie des fotografierten Ereignisses treu bleiben soll. Rotaugen bei Personen im Hintergrund mögen diskreter ausfallen als bei nahen Porträtaufnahmen, doch kann man auch hier viel Zeit in die Ausbesserung investieren.

Einmal bewusst gemächlich zu arbeiten bedeutet nicht, dauerhaft auf eine langsame Arbeitsweise beschränkt zu sein. Die Nacht-und-Nebel-Aktion, ein Fotobuch an einem einzigen Abend zu gestalten, kann man sich folglich für das zweite oder dritte Projekt aufheben; etwa dann, wenn es für einen Geburtstag oder ein Jubiläum besonders schnell gehen soll.

Vom Bildschirm auf das Papier...

Vom Bildschirm auf das Papier

Verbreitete Dateiformate fuer die Drucklegung
Bevor man sich ernsthafte Gedanken über Dateiformate, Qualitätsstufen und damit verbundene Datenmengen machen kann, gilt es zunächst einige Rahmenbedingungen zu klären: auf welcher Art Speichermedium oder auf welchem Online-Transportweg sollen die Druckvorlagen angeliefert werden?
Wird der Auftrag von einem Fotobuchanbieter oder einer herkömmlichen Allzweck-Druckerei ausgeführt?

Das fertige Fotobuch...

Das fertige Fotobuch

Wie in anderen Mediengestaltungsformen gilt bei digitaler Fotografie und Fotobuchproduktion, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Von dieser Einsicht sollte man sich jedoch nicht auf seiner Entdeckungsreise einschränken lassen, da die wertvollen Erfahrungen und üblichen Flüchtigkeitsfehler eines ersten Fotobuches sich positiv auf alle folgenden Produktionen auswirken werden.

Abschließend seien einige wertvolle Ratschläge zum Einstieg aufgezählt:
Als Ausgangsmaterial für das Fotobuch sollten niemals unnötig in Auflösung, Farbtiefe oder Kompressionsrate reduzierte Bilddateien verwendet werden. Es ist grundsätzlich die beste Wahl, mit den unveränderten Fotodateien von der Kamera bzw. Speicherkarte anzufangen und alle Bearbeitungsschritte für das aktuelle Projekt neu auszuführen.

Früh gespeichert ist halb gewonnen – wer nach jedem substantiellen Arbeitsschritt in einer Bildbearbeitungs- oder Fotobuch-Software eine Sicherungsdatei unter neuem Namen anlegt, gewinnt dadurch automatisch eine Chronologie aller möglichen Fotobuchvarianten und kann vor der letztendlichen Auftragsvergabe noch einmal alle in Ruhe miteinander vergleichen. Diese Taktik ermöglicht auch das risikolose Experimentieren mit gewagteren Bildeffekten.

Bei aller Konzentration auf den spektakulären Mittelpunkt eines Motives sollten niemals die beim Druck zwangsläufig wegfallenden Schnittkanten vergessen werden. Im Zweifelsfall sollte ein Foto daher um einige Millimeter verkleinert werden, damit alle wichtigen Details innerhalb des zugeschnittenen Papierbereichs liegen.
Vor der Bestellung einer Kleinserie von fünf oder gar fünfzig Kopien sollte stets zunächst ein einzelnes Probeexemplar angefordert werden, um Mängel aufspüren und kostengünstig ausbessern zu können.

Wer diese Hinweise sorgfältig beachtet und zugleich seiner Kreativität freien Lauf lässt, wird sicher auch mit seinem ersten Fotobuch schon sehr zufrieden sein. Der verdiente Stolz auf die selbstgestaltete Drucksache könnte nach der nächsten Erlebnisreise, dem kommenden Klassentreffen oder der folgenden Sportfeier leicht zu weiteren Fotobüchern führen.

Layout-das Skelett eines Fotobuchs...

Layout-das Skelett eines Fotobuchs

Ein Fotobuch ist nicht wie andere Bücher. In einem Roman etwa überwiegt der Inhalt die Form und verbannt sie in die Rolle absoluter Nebensächlichkeit. In einem Fotobuch hingegen sind Form und Inhalt untrennbar miteinander verbunden – erst durch ein überzeugendes Layout kann es zum Erfolg beim Autor und seinem Publikum werden.
Bei der Gestaltung seiner Druck-Ästhetik bewegt sich der geneigte Fotograf oft und gerne auf dem schmalen Grat zwischen Ordnung und Chaos, Konsistenz und Abwechslung.

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