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Layout-das Skelett eines Fotobuchs

Layout-das Skelett eines Fotobuchs

Ein Fotobuch ist nicht wie andere Bücher. In einem Roman etwa überwiegt der Inhalt die Form und verbannt sie in die Rolle absoluter Nebensächlichkeit. In einem Fotobuch hingegen sind Form und Inhalt untrennbar miteinander verbunden – erst durch ein überzeugendes Layout kann es zum Erfolg beim Autor und seinem Publikum werden.
Bei der Gestaltung seiner Druck-Ästhetik bewegt sich der geneigte Fotograf oft und gerne auf dem schmalen Grat zwischen Ordnung und Chaos, Konsistenz und Abwechslung.

Auf der einen Seite möchte er in einem vielleicht 32- oder 64-seitigen Fotoalbum für die nötige visuelle Frische und Ablenkung sorgen, um das Auge seines Zuschauers nicht zu ermüden. Auf der anderen Seite will er vermeiden, durch übertrieben stark variierendes Layout zu sehr von den hauptsächlichen Bildinhalten abzulenken. Bildverfremdungseffekte können für Neugier und Spannung sorgen, aber auch zu viel vom Ursprungsfoto unkenntlich machen.

Die mechanischen Rahmenbedingungen eines Fotobuchprojektes sind heutzutage denkbar ideal und decken das volle Spektrum von 16-seitiger Matt-Kartonage in DIN A6 bis zum in Hardcover gebundenen Hochglanzdruck ab.
In der Vergangenheit für Fotobücher noch geltende technische und finanzielle Beschränkungen sind weitgehend außer Kraft gesetzt.  Dennoch können diese ehemaligen Einschränkungen für einen absichtlichen Retro-Charme auch heute noch als Stilmittel eingesetzt werden.

Die Faszination eines Fotobuchs dürfte sich nicht zuletzt aus seiner Existenz in der Grauzone zwischen freier, menschlicher Kunst und mechanischer, maschineller Reproduktion erklären.
Ästhetischer Ausdruck mag im Auge des Betrachters liegen; dennoch existieren durchaus systematische, wissenschaftliche Beschreibungsmechanismen für ästhetische Form, und auch für einen Freizeit-Fotografen und Layouter kann es nur von Vorteil sein, deren mathematische Grundlagen zumindest einmal überflogen zu haben.

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